Kinderbuchumschläge sind nicht mehr das, was sie einmal waren
Ich habe sie beide auf Instagram gepostet und gefragt, welches die Leute lieber lesen würden: das mit dem Einband, das mit einem Gemälde im Stil von Norman Rockwell illustriert ist, oder das mit einem Einband, das wie eine Photoshop-Broschüre über die Sicherheit öffentlicher Schwimmbäder aussieht. Ich habe die meisten Kommentare erhalten, die ich jemals zu einem Bild erhalten habe: Nicht nur wurde das Originalcover der neueren Version deutlich vorgezogen, sondern die Leute sagten mir auch, dass sie an ihren 70er-Jahre-Kopien von Kindheitslieblingen festhielten, weil sie das Aussehen der Neuauflagen nicht ertragen konnten.
Und obwohl das Cover der 70er-Jahre-Ausgabe altmodisch ist, stellt es zumindest eine Szene dar, die jemanden dazu bringen könnte, das Buch in die Hand zu nehmen.
Das war nicht der einzige Klassiker Kinderbuch, dessen Cover unglücklicherweise umgestaltet wurde. Der psychedelische Touch des Covers von Madeleine L’Engles A Wrinkle in Time wurde in der aktuell gedruckten Ausgabe gegen eine niedliche Oma-Ästhetik ausgetauscht.
Das Cover der frühen 70er-Jahre-Ausgabe von Judy Blumes Freckle Juice ist nicht gerade angenehm. Es ist ein Bild eines nerdig aussehenden Jungen, der sein Gesicht mit Lippenstift betupft, damit es wie Sommersprossen aussieht. Aber seine groben Bilder sind fesselnd genug, um Kinder dazu zu bringen, es in die Hand zu nehmen. Das Gleiche gilt nicht für die aktuelle Ausgabe, die mit einem verschmierten Bild eines Glases aufwartet.
Das Cover von Beverly Clearys „Ramona Quimby, Alter 8“ aus den frühen 80er-Jahren ist eine Studie über die Unbeholfenheit kleiner Kinder: ein mageres Mädchen mit gespitzten Lippen, dessen Haare von ihrem Kopf wegflattern, als wäre sie mit statischer Elektrizität aufgeladen worden, und das die untere Hälfte des Bildes einnimmt. Die moderne Ausgabe hingegen ist eine allgemeine Illustration eines lächelnden Mädchens auf einem Fahrrad.
Der Blick auf die originalen und modernen Cover von „Aus den gemischten Akten von Mrs. Basil E. Frankweiler“ ist wie das Ansehen eines kolorierten klassischen Films. Die Kinder haben die gleiche Pose, aber ich vermute, dass die Herausgeber dachten, dass eine schwarz-weiße Strichzeichnung Kinder der iPhone-Generation verwirren und verärgern würde.
Einige Herausgeber sind bei altbewährten Illustrationen geblieben. Roald Dahls Bücher scheinen immer ihre Originalhüllen behalten zu haben. Und während Stuart Little irgendwann von seinen handgezeichneten Wurzeln in die Welt der Computergrafik abgewandert ist, verfügt die aktuelle Ausgabe glücklicherweise über das Originalcover.
Dieser Artikel wurde ursprünglich am 5. Mai 2015 veröffentlicht