An die Leute, die mich beobachten, Eltern, habt Mitgefühl
Wenn eine Mutter mit ihrem(n) kleinen Kind(ern) in der Öffentlichkeit unterwegs ist und es ein schlechter Tag ist (das bedeutet: Weinen, Schreien, Laufen, Werfen und wildes Verlassenwerden), ist es schwer, das Gefühl zu haben, dass nicht alle Augen auf einen gerichtet sind. Die Realität ist, dass sie es nicht sind. Ich muss mich in solchen Momenten oft daran erinnern, dass ich für die Menschen um mich herum kein großer Fan bin und mein schmelzendes Kind auch nicht. Hol dir meinen Latte und verschwinde da.
Aber zu den herausfordernden Augen, den Augen, die blitzen: „Was wirst du jetzt tun?“ Wenn mein Kind meine Richtung ignoriert und davonläuft, habe ich eine sanfte Bitte an Sie: Schauen Sie uns mit Mitgefühl an oder schauen Sie überhaupt nicht hin. Sie sehen, wie mein Junge mit einem Keks in der Hand durch das Feinkostgeschäft läuft. Du siehst mich, wie ich hinterherjage, mir die Haare aus den Augen blase und mit zusammengepressten Lippen abgehackte Befehle von mir gebe. Sie sehen einen Moment meines Kindes, von mir als Mutter – einen kleinen Ausschnitt aus einem viel größeren Bild.
Wenn Sie mehr gesehen hätten, auch nur einen Moment zuvor, hätten Sie einen zweijährigen Jungen mit einem seiner besten Freunde gesehen, der nach einem lustigen Mittagessen tobte und kicherte. Was Sie nicht wissen würden, ist, wie glücklich ich bin, dass mein kleiner Kerl Freunde findet und über normale und glückliche soziale Fähigkeiten zu verfügen scheint. Sie können gar nicht sagen, wie dankbar ich bin, dass ich ihm einen Schokoladenkeks geben kann und mir keine Sorgen über eine lebensbedrohliche Allergie machen muss. Dass der Keks ein besonderer Leckerbissen war, weil der kleine Junge an diesem Morgen zum ersten Mal das Töpfchen benutzte. Sie hatten uns am Tag zuvor noch nicht gesehen, als er mich ins Kunstmuseum begleitete und jedes Mal, wenn ich darum bat, meine Hand hielt. Man konnte nicht ahnen, dass er mit großen Augen und den Händen an seiner Seite durch unbezahlbare Kunst ging. Dass wir anhielten, um uns Live-Musik anzusehen, und er zur Freude der Zuschauer in kleinen, kontrollierten Kreisen tanzte. Als es Zeit war zu gehen, hob ich ihn hoch und er schlang seine Arme um meinen Hals und vergrub sein Gesicht an meiner Schulter, während er zu den Mandolinen summte.
Mein Sohn ist so viel mehr als nur ein schwieriger Moment. Ja, ich wünschte, er hätte die Feinkostschlange nicht terrorisiert. Ich wünschte, ich hätte einen Weg gefunden, ihn besser zu verwalten. Ich weiß, dass ich niemandem eine Erklärung schulde, weil es den meisten Menschen egal ist. Aber ich habe das Bedürfnis, ihn vor den Augen der Zuschauer zu verteidigen, denn ich wünschte, jeder könnte das Gesamtbild dessen verstehen, wer er ist – ein kluger, lustiger, wilder, freundlicher, liebevoller, neugieriger kleiner Mensch.
Und an meine Miteltern da draußen: Wenn Sie sich jemals in einem dieser schwierigen Momente der öffentlichen Erziehung befinden, geben Sie Ihr Bestes und verlassen Sie dann den Tatort. Anstatt in Ihrem Auto zu sitzen und über Ihre Fehler nachzudenken, spulen Sie zurück, bis Sie einen besonderen Moment mit Ihrem Kind erleben. Machen Sie so lange weiter, bis Sie Ihre Kreativität und Liebe als Eltern erkennen können, bis aus Ihrem Kleinen ein vollständiges, bezauberndes Bild entsteht, das glücklich und einzigartig ist. Ein Bild, das nur Sie als seine Eltern kennen können.
Abschließend noch eine besondere Nachricht an meinen Freund im Kunstmuseum: Ja, Ihr außer Kontrolle geratener Kinderwagen wäre fast gegen ein zerbrechliches Kunstwerk gekracht. Ja, Sie wurden von einem störrischen Kleinkind abgelenkt. Ja, du hattest Glück. Aber mach dir keine Vorwürfe. Einen Moment zuvor hast du einem ruhigen Kind mit großen Augen alle Farben des Regenbogens gezeigt.