So lernen Babys Sprache und Wörter

So lernen Babys Sprache und Wörter

Denken Sie darüber nach, Menschen zuzuhören, die eine Fremdsprache sprechen. Auch wenn wir als Erwachsene erfahrene Kommunikatoren sind, ist es sehr schwierig zu verstehen, was andere in einer Sprache sagen, die wir nicht beherrschen. Es ist nicht nur schwierig, die Wörter zu verstehen, sondern auch zu hören, wo die Wörter beginnen und enden. Fließende Sprecher sprechen so flüssig, dass die wahrgenommenen Zwischenräume zwischen Wörtern in einem Satz akustische Illusionen sind. Wenn wir Englisch hören, hören wir, wo die Pausen sind, weil wir wissen, was die Wörter sind, und nicht umgekehrt.

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Die Sprache ist für Kleinkinder nicht vorab segmentiert, daher können sie sich nicht darauf verlassen, dass Lautsprecher zwischen jedem Wort eine Lücke bilden (und tatsächlich fühlt es sich ziemlich unnatürlich und herausfordernd an, wenn wir versuchen, auf diese Weise zu sprechen – versuchen Sie, diesen Satz mit einer Pause an jeder Stelle zu lesen). Erstaunlicherweise verlassen sie sich stattdessen auf Statistiken.

Als junge Statistiker achten Babys auf die Wahrscheinlichkeiten von Ereignissen in der Welt. Je mehr Zeit sie damit verbringen, Menschen beim Sprechen zuzuhören, desto mehr fangen sie an, Geräusche zu identifizieren, die eher zusammen auftreten. Stellen Sie sich vor, Sie hören den ganzen Tag über viele Male „Baby“. „Hallo Baby!“ „Schau dir das Baby an.“ „Was für ein süßes Baby.“ Jeder dieser Sätze hilft dem jungen Zuhörer zu lernen, welche Silben zuverlässig zusammen vorkommen und welche Silben seltener gepaart werden. Diese Übergangswahrscheinlichkeiten – die Wahrscheinlichkeit, dass eine bestimmte Silbe auf eine andere folgt – ermöglichen es dem Baby zu lernen, dass die vorhersehbare Paarung ba-by wahrscheinlich eine Worteinheit ist, während eine seltenere Abfolge wie lo-bay (von „Hello baby“) weniger wahrscheinlich auf eine sinnvolle Assoziation hinweist.

Babys achten nicht nur auf die Geräusche von Sprache, sondern auch, wann und wo bestimmte Wörter in bestimmten Situationen vorkommen.

Statistische Hinweise helfen Babys auch dabei, herauszufinden, was Wörter bedeuten. Wenn wir die Bedeutung von „Lied“ noch nicht kennen, können wir einigermaßen sicher sein, dass es sich um eine musikalische Melodie handelt, wenn jemand jedes Mal, wenn „Lied“ erwähnt wird, in Gesang ausbricht. Auf diese Weise achten Babys nicht nur auf die Sprachgeräusche, sondern auch darauf, wann und wo sie in verschiedenen Situationen auftreten. Ein Schritt besteht darin, „Baby“ als Spracheinheit auszuwählen, und ein anderer darin, zu assoziieren, dass „Baby“ tendenziell als liebevolle Anspielung auf das Baby selbst verwendet wird.

Soziale Hinweise helfen Babys auch dabei, sich auf besonders unterstützende Lernmöglichkeiten einzustellen. An das Kind gerichtete Sprache (allgemein bekannt als „Babysprache“, die charakteristischerweise langsamer, höher und dynamischer ist als die Sprache für Erwachsene) hilft dabei, Babys zu signalisieren, wenn die Kommunikation für sie konzipiert ist. Sprecher können ihre Absichten auch durch Körperhaltung und Gesten mitteilen: Augenkontakt, Blick, Zeigen und Demonstrieren sind Hinweise, die die Aufmerksamkeit von Babys hilfreich lenken können. Während Laborstudien zeigen, dass Babys Wörter allein anhand statistischer Wahrscheinlichkeiten erkennen können, können sie Wörter und ihre Bedeutung viel schneller identifizieren, wenn auch soziale Hinweise verfügbar sind.

Sobald Babys beginnen, ein paar Wörter zu verstehen, können sie ihr Wissen nutzen, um mehr davon zu lernen. Stellen Sie sich vor, Sie sehen einen Ball und ein cooles neues Spielzeug. Wir kennen vielleicht nicht den Namen des neuen Spielzeugs, aber wenn wir jemanden sagen hören: „Gib mir den Dax“, können wir mit einiger Sicherheit davon ausgehen, dass sich dax auf das neue Spielzeug bezieht. Wir gehen davon aus, dass die Sprecherin, wenn sie den Ball gemeint hätte, „Ball“ gesagt hätte. Babys scheinen dieselbe Logik zu nutzen, um in ihrer Umgebung neue Wörter zu lernen, indem sie neuen Wörtern neue Bedeutungen zuordnen. Je mehr Wörter sie kennen, desto mehr können sie nach dem suchen und Etiketten darauf anwenden, was sie nicht wissen.

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Der Aufbau eines frühen Wortschatzes öffnet die Schleusen für neue Lernmöglichkeiten. Wortkenntnisse helfen kleinen Kindern, über Absichten, Ideen, Wünsche und Erinnerungen zu kommunizieren. Mehr Erfahrung mit der Sprache hilft ihnen auch, ein differenzierteres Verständnis dafür zu entwickeln, wie Menschen nicht-wörtliche Bedeutungen teilen, einschließlich Sarkasmus, Metapher, Humor und Höflichkeit. Der Einstieg in die Welt der Sprache verändert das Leben eines kleinen Kindes. Ihre bemerkenswerte Dekodierung von Schallströmen in gemeinsame Kommunikation ermöglicht es ihnen, sich vollständig der sozialen Welt anzuschließen, die uns zu Menschen macht.

Dieser Artikel wurde ursprünglich am 3. Dezember 2014 veröffentlicht