Ein offener Brief an meine Fehlgeburten (von einer Mutter mit Schmerzen)
Liebe Fehlgeburten,
Die soziale Etikette schreibt vor, dass Sie einen Brief mit warmen und einladenden Worten beginnen. Und doch fällt mir, so sehr ich es auch versuche, einfach nichts ein, um diesen Brief an Sie zu beginnen. Die einzigen Worte, die mir immer wieder in den Sinn kommen, sind alles andere als warm und einladend. Und sie alle sind auf die vielen Dinge zurückzuführen, die du mir angetan hast.
Du hast mir drei meiner Babys weggenommen. Drei. Drei Babys, die ich liebte. Drei Babys, deren Begegnung ich kaum erwarten konnte. Three babies whom I will never know the gender of and never get to hold. Drei Babys, die nie die Berührung ihrer Mutter gespürt haben. Und alles, was mir von diesen meinen Babys geblieben ist, sind Sonogrammfotos – Sonogrammfotos, die auf meiner Kommode liegen und die ich mir jeden Tag ansehe und mir wünschte, alles wäre anders gewesen.
Du hast meinem Sohn seine Geschwister geraubt. Er weiß es noch nicht, aber er hat drei Geschwister im Himmel, die über ihn wachen. Du hast ihm die Gelegenheit genommen, sie kennenzulernen und mit ihnen beste Freunde zu werden. Du hast ihm seine Spielkameraden geraubt.
Du hast mich dazu gebracht, meinem Baby zu sagen, dass es in Ordnung sei, es loszulassen, obwohl ich es nur anflehen wollte, durchzuhalten. Aber als ich sah, wie es auf dem Sonogramm-Bildschirm gegen alle Widrigkeiten ankämpfte, wusste ich, dass es mich nur festhielt, und so musste ich es loslassen. Haben Sie eine Vorstellung davon, wie es ist, Ihrem sterbenden Baby zu sagen, dass es in Ordnung ist, loszulassen? Wahrscheinlich nicht. Denn wenn Sie es täten, müssten Sie niemanden dazu zwingen.
Sie haben das Bild meines regungslosen Babys auf dem Ultraschallbildschirm in meiner Erinnerung eingebrannt. Ein Bild, das ich vergessen möchte und an das ich mich immer erinnern möchte. Mein kostbares Baby, dessen Bewegungen ich erst vor einer Woche in mir gespürt hatte und das während meiner letzten Ultraschalluntersuchung so aktiv gewesen war, war auf dem Bildschirm unnatürlich still. Es hat mir das Sonogramm-Erlebnis für immer ruiniert.
Tatsächlich hast du mir auch die Schwangerschaft ruiniert. Diese freudige Zeit, nach der ich mich so sehr sehne, ist jetzt auch eine Zeit voller Ängste. Ich werde es nie wieder genießen können und stattdessen immer Angst haben, dass es mit den Schmerzen enden könnte, an die ich mich so gewöhnt habe.
And that pain, it never goes away. Der Verlust dieser Babys verursacht diesen unendlichen Schmerz in meinem Herzen. Es ist, als hätten sie körperlich ein Stück meines Herzens mitgenommen. Diese Orgel wird nie wieder vollständig sein.
Ich werde nie wieder vollständig sein. Du hast mich für immer verändert. Es gibt eine Traurigkeit in mir, die nie ganz verschwinden wird. Die meisten Leute merken es nicht, aber es ist da. Ich sehe es in den Tiefen meiner Augen, wenn ich in den Spiegel schaue. Ich spüre es jeden Tag zu einem anderen Zeitpunkt. Es scheint, dass Traurigkeit einfach ein Teil von mir geworden ist.
Du hast meine Ehe verändert. Du hast es mir unmöglich gemacht, die Frau zu sein, die ich sein möchte. Egal wie sehr ich versuche, dagegen anzukämpfen, es gibt Zeiten, in denen die Trauer mich überwältigt und ich merke, dass ich nicht in der Lage bin, die dumme Ehefrau zu sein, von der ich weiß, dass sie meinem Mann fehlt. Glaubst du, ich habe nicht begriffen, dass er mein altes Ich vermisst? Well, I have. Verdammt, ich vermisse sie auch. Aber so sehr ich es auch versuche, ich kann sie einfach nicht finden.
Du hast dazu geführt, dass ich meinen Körper hasse. Ein Körper, für den ich einst so viel Mühe aufwendete, indem ich trainierte und mich gesund ernährte. Und doch scheint dieser Körper nicht in der Lage zu sein, die Babys zu tragen, die ich liebe. Und was ist der Sinn?
Du hast mich dazu gebracht, meinen Glauben in Frage zu stellen. Früher war ich fest davon überzeugt, dass Gott wusste, was das Beste für mich war, aber jetzt frage ich mich, ob das wahr ist. Warum schenkt Gott mir immer wieder Babys, nur um sie dann wieder wegzunehmen? Womit habe ich das in meinem Leben verdient? Weiß Gott nicht, wie sehr ich mir diese Babys wünsche?
Du hast meinen Körper, der einst von diesem Glauben erfüllt war, voller Eifersucht gemacht. Das grünäugige Monster scheint jetzt ganztägig in mir zu leben. Und sie zeigt jedes Mal ihren hässlichen Kopf, wenn ich jemanden sehe, der schwanger ist. Es ist ein schreckliches Gefühl, und dennoch kann ich es nicht loswerden. Es taucht einfach immer wieder auf.
Sie haben das ganze Jahr über bestimmte Daten schmerzhaft geprägt: den 4. Januar, den 21. Januar und den 26. September, den 24. Februar, den 13. Mai und den 10. November, den 9. Dezember, den 10. Januar und den 18. August. Die Tage, an denen ich herausfand, dass ich schwanger war, die Tage, an denen ich eine Fehlgeburt hatte, und was meine Geburtstermine waren. Jedes Jahr sind diese Daten eine schmerzhafte Erinnerung an alles, was ich verloren habe.
Sie haben es schmerzhaft gemacht, an diesem leeren Schlafzimmer in meinem Haus vorbeizugehen. We bought this house with the expectation of putting the second baby you took from us in the extra bedroom. Und doch steht es immer noch leer da. Es ist eine weitere tägliche Erinnerung an alles, was wir verloren haben und an alles, wonach ich mich sehne.
And so, forgive me miscarriages, but I simply cannot find it in me to say anything kind to you. It seems that on top of all you have already taken from me, you have also taken my ability to follow social norms.
Mit freundlichen Grüßen
Eine Mutter in Schmerzen
This article was originally published on March 24, 2017