Dies ist der Zustand, der als „Momopause“ bekannt ist
Es gibt eine Zeit im Leben einer Frau, über die sie nachzudenken wagt, wenn sich der Nebel der frühen Mutterschaft lichtet und die seelenzerstörende Aufgabe, ein Kleinkind zu erziehen, vorbei ist sie selbst wieder. Vielleicht merkt sie beim Duschen, dass es kein Publikum aus kleinen Leuten gibt, die sie anstarren. Während sie friedlich den Geräuschen des warmen Wassers auf ihrer Haut lauscht, wird ihr klar, dass die Schreie hungriger Kinder, die ihr auf die Nerven gehen, dieses Geräusch nicht dämpfen. Sie bemerkt, wie ausgeruht sie sich fühlt, nachdem sie eine Nacht durchgeschlafen hat, in der niemand unter 3 Fuß in ihrem Bett den ganzen 1,50 Meter Platz einnimmt.
Als sie sich anziehen will, stellt sie fest, dass sie überhaupt keine BHs ohne abnehmbare Laschen besitzt, obwohl sie vor zwei Jahren mit dem Stillen aufgehört hat. Sie erkennt, dass dies eine Reise nach Victoria Secret und möglicherweise den Beginn des mit Spannung erwarteten Zeitwechsels bedeutet, in dem sie die Kontrolle über ihr eigenes Leben wiedererlangen kann. Aus unerklärlichen Gründen wird dieser Moment nicht (wie erwartet) mit Jubel erfüllt, sondern mit einer Reihe komplexer Emotionen, während sie sich an diese zerrissenen und zerfetzten BHs klammert, als wären diese die einzige Verbindung zu einer körperlich anstrengenden Zeit, die plötzlich so perfekt und so lange her scheint. Wenn die Tränen zu fließen beginnen, beginnt offiziell die „Momopause“.
Bei den meisten Frauen beginnt die Momopause etwa drei Jahre nach der Geburt ihres letzten Babys und ist tatsächlich kein Baby mehr. In den frühen Stadien der Erkrankung beginnt das Gehirn, die logischen Gedanken außer Kraft zu setzen, die zu dauerhaften oder vorübergehenden Maßnahmen zur Beendigung der Fruchtbarkeit geführt haben, und wirft sie nun schnell mit Erinnerungen an neue Babygerüche, Babykuscheln, Lieblings-Onsies, rosafarbene Brillen und das erste Lächeln ein – kombiniert mit schrecklichen Bildern von sich selbst, alt, allein, berufslos und umgeben von einem Dutzend apathischer, übergewichtiger Katzen.
Wie der Geist diese Melange brutal präsentiert Aufgrund der Bildsprache ist es nicht ungewöhnlich, dass eine Frau sich emotional zurückzieht, zu viel mitteilt, alle ihre Lebensentscheidungen in Frage stellt, darüber nachdenkt, jedes hungernde Kind in Syrien zu adoptieren, ihre bestehenden Kinder zurückzulassen, um die Welt zu retten, und darüber nachdenkt, sich ein „Geschäft geschlossen“-Schild auf ihren Bauch zu tätowieren. Leider treten diese Emotionen mehrmals am Tag auf und führen oft dazu, dass sie eine ganze Flasche Wein trinkt, sobald ihre Kinder im Bett sind.
Die Standarddauer der Momopause ist nicht bestimmbar, da sie von Person zu Person sehr unterschiedlich ist. Es ist jedoch bekannt, dass die Momopause, ähnlich wie die „5 Phasen der Trauer“ von Kübler-Ross, einen ähnlichen Weg einschlägt, wenn sie sich der Akzeptanz/dem Abschluss nähert. Das Modell „Wer zum Teufel bin ich jetzt, wo ich nicht mehr nur versuche, jeden Tag mit meinem Baby und meiner intakten geistigen Gesundheit zu überleben“-Modell mit Beispielen lautet wie folgt:
Fruchtbarkeitsverweigerung: Der Partner hat sich einer Vasektomie unterzogen, aber die Frau behält/trägt für alle Fälle jahrzehntealte Schwangerschafts-Yogahosen.
Wut über das neue Leben: Frau denkt über ihre erfolgreiche Karriere im Vorschulalter nach, die sie für Babys aufgegeben hat. Frau erkennt, dass Babys sie nun aufgegeben haben, um erwachsen zu werden und zur Schule zu gehen. Dies schürt Wut über die aktuelle Lebenssituation und einen allgemeinen Hass auf erbärmliche Mutterschaftsurlaubsregelungen und flexible Arbeitsmöglichkeiten in Amerika.
Verhandeln: Frau fleht ihren Partner an, noch ein Kind zu bekommen, in der Zustimmung, dass sie dann zufrieden sein und sich glücklich selbsterbaulichen Beschäftigungen widmen wird, sobald das Kind drei Jahre alt ist.
Depression: Frau erkennt, dass sie eigentlich kein weiteres Baby will. Sie weiß mit Sicherheit, dass sie bereit ist, ihr Leben wieder in die Hand zu nehmen. Sie schmiedet glorreiche Pläne für sich, die Reisen, berufliche Erfolge und die Widmung ihres Lebens der Rettung von Robbenbabys beinhalten. Dann wird ihr schnell klar, dass sie immer noch Kinder hat, um die sie sich kümmern muss, und keine Freiheit oder Zeit hat, auch nur 30 % ihrer Energie darauf zu verwenden, den Grundstein für den Aufbau einer erfolgreichen und erfüllenden zweiten Hälfte ihres Lebens zu legen.
Akzeptanz: Die Frau beschließt herauszufinden, wer sie jetzt ist und wie die Narben und neuen grauen Haare der Mutterschaft sie zu einem besseren und stärkeren Menschen gemacht haben, sie aber nicht mehr nur definieren. Sie erkennt ihre Grenzen an und beschließt, ihre Identität aufzudecken und sich Ziele zu setzen, die sowohl ihrer Verantwortung gegenüber sich selbst als auch gegenüber ihrer Familie gerecht werden.
Sobald die „Akzeptanz“-Stufe erreicht ist, kann eine Frau damit rechnen, eine vollständige Genesung mit geringen bis keinen bleibenden Schäden zu erleben. Die Frau nach der Momopause entwickelt sich zu einer starken, kompetenten, emotional stabilen und produktiven Frau, Freundin, Partnerin und Mutter ... gerade rechtzeitig zur Perimenopause.
Dieser Artikel wurde ursprünglich am 1. Februar 2018 veröffentlicht