So sehen 38 Jahre Freundschaft aus
So sehen 38 Jahre Freundschaft aus: Einfach. Real. Stimmt.
Vor 38 Jahren baten unsere Mütter einander, Patinnen ihrer neuen Töchter zu sein. Siebenundzwanzig Jahre später waren wir die Trauzeuginnen des anderen. Noch drei weitere, und schon sind wir Patinnen der Babys des anderen. Und all die Momente all der Jahre dazwischen sind einfach zu schön, um sie in Worte zu fassen.
Als wir jünger waren, vergötterte ich ihren unglaublichen Abenteuergeist, ihre Furchtlosigkeit, ihre unnachahmliche Fähigkeit, alle zum Lachen zu bringen, ihr riesiges Herz, das alles und jeden umarmte. Das tue ich immer noch. Aber jetzt bewundere ich, dass sie diese Eigenschaften nicht auf dem Altar des Erwachsenseins geopfert hat. Stattdessen hat sie sie alle mühelos in ihre Ehe, ihre Kinder und ihre Arbeit einfließen lassen.
In all den Jahren hat sich unsere Beziehung viele Male verändert. Wir haben seit fast zwei Jahrzehnten nicht mehr in derselben Stadt gelebt, aber das schien uns nur einander näher zu bringen. Geographie ist schließlich eine Entfernung für Autos, nicht für das Herz. Manchmal halten wir die Menschen, die wir jeden Tag sehen, für selbstverständlich, aber wenn Ihre Besuche auf drei im Jahr beschränkt sind, zählt jede Sekunde.
Wir reden nicht jeden Tag, aber es gibt nichts, was ich ihr nicht sagen würde – was ich nicht getan habe. Auch wenn sich die Diskussionen von Hausaufgaben und Jungen zu Hausreparaturen und Töpfchentraining entwickelt haben, haben wir immer die gleiche Sprache gesprochen. Denn wenn man unter dem Unglück von Zahnspangen und Pony, dem Kummer über schlechte Freunde und Jobablehnungen, dem Schmerz von Scheidung und Tod, der Albernheit von Familienurlauben und betrunkenen Nächten, in denen man nicht aufhören kann zu lachen, und dem Glück von Ehe und Kindern leidet, dann ist das mehr als nur Freundschaft. Ihr Band entsteht durch den Kummer und die Freude, gemeinsam aufzuwachsen, gemeinsam alt zu werden.
Hier sind wir heute: Mütter mit ungewaschenen Haaren und Essen auf unseren Hemden. (Und wenn wir ganz ehrlich sind, war es nicht nur das Essen unserer Kinder auf unseren Hemden.) Ich putze mein Haus nicht, wenn sie vorbeikommt. Wir tun nicht so, als wären unsere Kinder oder unsere Ehemänner oder unser Leben oder uns selbst perfekt, aber wir lieben uns alle sehr.
Und wir haben Kinder, die einander so sehr lieben, dass sie denken, sie seien tatsächlich verwandt. Wir haben nie versucht, sie von dieser Vorstellung abzubringen, denn Familie wird nicht immer durch Blutlinien definiert.
Manchmal ist die Familie, die wir gründen – die Familie, die wir wählen – stärker als die DNA.