Für die Mama, die alles gibt und bereit ist zu brechen
Sie sehen sie dort drüben. Ihre Kinder schreien, terrorisieren sich gegenseitig, weinern und sind bedürftig. Sie sind einfach nur Kinder. Ihre Geduld ist so dünn wie die Plastikfolie, die sie von einem ihrer gefrorenen Diätgerichte abreißt, bevor sie es in die Mikrowelle wirft. Sie war den ganzen Tag dabei – die Mutterpflege. Eigentlich war sie die ganze Woche ohne Pause dabei, weil ihr Mann geschäftlich nicht in der Stadt ist und sie alles alleine erledigt.
Das ist alles schön und gut, weil jemand die Rechnungen bezahlen muss, aber verdammt, sie sieht aus müde. Eigentlich ausgelöscht. Es sieht so aus, als würde es ihr jedes Quäntchen Gnade abverlangen, ihren Stapel nicht in der Öffentlichkeit zu sprengen. Sie sehen Niederlage in ihren Augen, und es bricht dir das Herz. Du weißt, dass sie aufgeben will. Im Moment denkt sie, dass Mutterschaft ein scharfer, bissiger, saurer Punkt in einer misslichen Lage ist, auf die sie sich nicht eingelassen hat. Aber Sie wissen (weil Sie es selbst erlebt haben), dass auf dem Anmeldeformular für die Mutterschaft ganz unten in Kleinschrift „Lebenslanger Vertrag“ steht. Und es ist auch ein verbindlicher Vertrag. Es heißt im Grunde, dass man nicht aufgeben darf. Sie können Ihren Job nicht kündigen. Immer.
Sie beobachten sie und wissen genau, wie sie sich fühlt, weil Sie dabei waren. Du erinnerst dich gut daran. Vor langer Zeit wollte man oft vor Verzweiflung die Hände hochwerfen. Oder werfen Sie mit schweren Seufzern der Verzweiflung das Handtuch und rasen Sie dann aus dem Ausweichmanöver weit, weit weg, in die Berge, so weit weg, wie Sie nur können. Aber Ihre einzige wirkliche Möglichkeit bestand darin, so zu tun, als müssten Sie auf die Toilette, nur um die Tür zu allem draußen schließen zu können. Alles und jeder versucht nach Teilen von dir zu greifen.
Du erinnerst dich an all die Momente, in denen du die weiße Flagge schwenken und einfach kapitulieren wolltest: Kot an der Wand, klebriger Saft auf dem Boden, ein nasses Bett um 2 Uhr morgens, Legosteine in deinen zarten Füßen. All das Weinen, Kämpfen, Baden und Füttern. Du wolltest aufgeben, weil es einfach zu schwer war, ständig die Fassung zu bewahren. Es war scheiße. Für eine Person war es zu überwältigend. Und vielleicht wollten Sie einfach nur Ihr altes Leben zurück, weil Sie einmal Journalist waren. Und du hast es eingetauscht, um der Putzer zu werden. Du hast dein ganzes Leben getauscht, um der Geber zu werden.
Du siehst zu der Frau hinüber und erinnerst dich an die vielen Tage, an denen du so viel gegeben hast – an alle außer dir selbst. Mit einem leichten Lächeln erinnern Sie sich daran, wie Sie sich vorgestellt haben, wie Sie auf dem Rücken eines wunderschönen Palomino in den Sonnenuntergang reiten würden.
Wenn man etwas tiefer in ihre müden Augen schaut, erkennt man die echte Liebe und es ist eine Erleichterung. Sie ist auf halbem Weg. Sie liebt diese kleinen Wesen, die an ihrem Mantel hängen und überall herumwackeln. Sie wissen, dass sie für sie vor einen Bus springen würde. Sie wissen, dass dieser Teil, dieser Teil, in dem sie gibt, bis ihr Geist zerbricht, lediglich der Anfang ihrer Mutterschaftsreise ist.
Schon bald werden ihre Babys sie dazu bringen, auf eine Weise zu geben, die sie nie für möglich gehalten hätte. Fahren. Ausgaben. Fragen. Umarmen. Beten. Entschlüsselung. Korrigieren. Verteidigen. Befragung. Besorgniserregend. Und dann werden sie von ihr wegfliegen, aus ihrem Nest. Und sie wird es tatsächlich vermissen, alles, all die Tage voller Chaos und Müdigkeit.
Du beobachtest sie und erinnerst dich genau daran, wann es dich zu treffen begann – der Grund, warum du der Geber sein musstest.
Es war eines Morgens, als Sie mit einer nassen Hand auf Ihrer Wange und einem leisen Flüstern in Ihrem Ohr aufwachten. Eine kleine Person zog deinen Pony aus dem Weg und benutzte ihre kleinen Finger, um deine Augen zu öffnen, damit du „aufwachte“ und wach warst, nur um bei ihr zu sein. Weil sie so klein war, brauchte sie nur, bei dir zu sein und deine Liebe zu spüren. Sie wollte nur deine Stimme hören und sich nah an deinen Herzschlag kuscheln, um zu wissen, dass du tatsächlich noch da warst und dass sie in Sicherheit war.
Und du konntest es einfach nicht ertragen, weil sie irgendwie nach Pfannkuchen und unschuldigen Träumen kleiner Mädchen roch. Die bedingungslose Liebe, die Sie in diesem Moment empfanden, überwand die meisten negativen Gefühle, die Sie jemals in Bezug auf das Muttersein hatten. Es gab viele Momente wie diesen auf dem Weg, die die verärgerten Gefühle, die man darüber hatte, der Geber zu sein, auslöschten.
Sie lächeln gelassen und können nur hoffen. Hoffen Sie, dass die Frau, die Sie beobachtet haben, die ihren eigenen stillen, inneren Zusammenbruch erlebt, ihre eigenen Momente erleben wird, wie den, den Sie vor langer Zeit hatten, den ersten, der Ihnen geholfen hat, sich selbst mit den Augen Ihres Kindes zu sehen. Derjenige, der Sie um die Ecke gebracht hat, hin zu der Art von Mutterschaft, die Ihnen Klarheit und Zielstrebigkeit gab. Derjenige, der dich definitiv zu einer anderen Art von Mutter gemacht hat.
Denn täuschen Sie sich nicht: Der Moment, in dem ein Baby geboren wird, ist nicht der Moment, in dem eine Mutter geboren wird. Es braucht ein Leben lang, Momente zu schenken. Und der Geber zu sein ist kein Job für Aufgebende.
Dieser Artikel wurde ursprünglich am 3. Januar 2017 veröffentlicht