Als frischgebackene Mutter gegen eine Essstörung kämpfen

Als frischgebackene Mutter gegen eine Essstörung kämpfen

Es war meine erste Gruppenberatungssitzung. Ein Dutzend Frauen aller Formen und Hintergründe kommen zusammen, um über unsere gemeinsame Sucht zu diskutieren: Essstörungen. Ich war damals 22 Jahre alt und hatte zu diesem Zeitpunkt schon mehrere Jahre mit einer Essstörung zu kämpfen.

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Eine der Frauen war Mutter. Meine Augen rollten praktisch aus ihren Höhlen, als sie gestand, dass sie sich übergeben hatte, während ihr Sohn in Sichtweite war. Essattacken und Entleerungsattacken, mit endlosen Schuldgefühlen, weil ihr Sohn zusah, aber ohne die Zurückhaltung aufzuhören.

Halten Sie sich zusammen, meine Dame! Ich erinnere mich, dass ich nachgedacht habe. Nehmen Sie sich zusammen, bevor Sie anfangen, Kinder zu bekommen!

Ihre Geschichte hat mich verärgert, und meine Gleichgültigkeit gegenüber ihrer Situation war grausam und naiv, besonders wenn man bedenkt, dass ich mehr als zehn Jahre später mit meinem ersten Kind schwanger war und immer noch regelmäßig gegen meine eigenen inneren Dämonen kämpfte.

Es dauerte nicht lange, bis mir klar wurde, dass meine Essstörung stärker war als meine Zurückhaltung. Obwohl in meinem Bauch ein Baby heranwuchs, kämpfte ich regelmäßig gegen den Drang, meine Mahlzeiten zu erbrechen, was ich schon tausendmal zuvor getan hatte. Meine Angst, meine Schuldgefühle und meine Scham darüber, dass ich mir mehr Sorgen um die Nahrung in meinem Magen machte als um das Kind in meiner Gebärmutter, waren unbeschreiblich. Ich hasste mich. Nein, ich habe mich völlig verabscheut. Ich war der schlimmste Mensch auf dem Planeten, und ich würde dafür mit einer Fehlgeburt oder einem Geburtsfehler bezahlen oder einfach mit der Verdammnis, weil ich mich über mein Kind gestellt habe.

Jeden Tag kämpfte ich den gleichen Kampf. Jeden Tag quälte ich mich mit Drohungen und Bitten und schwersten Schuldgefühlen. Und mein innerer Monolog war heftig: „Du bist ekelhaft. Du bist fett und ekelhaft. Du hast dieses Baby nicht verdient. Du hast es nicht verdient, glücklich zu sein.“

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Wenn wir Eltern werden, erwarten wir von uns, dass wir für diesen Anlass bereit sind. Wir lesen die Bücher, dekorieren das Kinderzimmer und bauen den Autositz ein. Ich ging mit einer aktiven Essstörung in die Schwangerschaft. Nennen Sie es unfair, nennen Sie es unvorbereitet oder nennen Sie es dumm, ich glaube, tief in meinem Herzen glaubte ich, ein Baby in mir würde jede Sucht besiegen. Ich glaubte, dass sich die Situation tatsächlich von selbst lösen würde.

Sobald das Baby geboren war, ging mein innerer Monolog mit voller Wucht weiter, nur dass er jetzt die Schuldgefühle und die Sorge um die Gesundheit meines Babys bei weitem überwältigte. Ich musste abnehmen, und zwar schnell. Keine Ausreden und keine Ruhe. Ich wollte nicht eine weitere Mutter sein, die sich für den Rest ihres Lebens über das Gewicht ihres Babys beschwert. Ich musste eine der Frauen sein, die wieder auf die Beine kamen. Der es einfach aussehen lässt und drei Monate nach der Geburt in Bikinis posiert.

Die traurige Realität war, dass ich als frischgebackene Mutter immer noch mit einer Essstörung kämpfte, die meine Gedanken und mein Leben fast 20 Jahre lang beschäftigt hatte. Ich hatte nicht den Überblick, und vielleicht würde ich es auch nie tun. Vielleicht ist das nur meine Identität. Vielleicht bin ich genau diese Essstörung, die ich immer bleiben werde.

Es gibt ein Happy End zu vermelden. Nach einigen Jahren meiner Mutterschaft freue ich mich, dass meine Essstörung einigermaßen geheilt ist. Es war nicht unbedingt die Elternschaft, die die Genesung verursachte. Es war die Erkenntnis, wie wichtig es ist, wohin meine Energie fließen muss. Meine Energie war und bleibt sehr begrenzt, da ich zwei Kleinkinder herumjagen, Teilzeit arbeiten und ein Zuhause führen muss. Ich hatte nur noch eine begrenzte Energiemenge und die Kraft meiner Esssucht löste sich langsam auf und wurde durch Dinge ersetzt, die in meinem Leben einfach viel wichtiger sind.

Die Stimme beschwichtigt mich natürlich immer noch. Ich höre es beim Essen und wenn ich durch den Supermarkt gehe. Mein Herz rast, wenn ich einen riesigen Teller Nachos sehe oder den Duft frischer Donuts wahrnehme. Mein Magen dreht sich um, wenn ich auf die Waage steige und die drohenden Pfunde meiner zweiten Schwangerschaft sehe, Pfunde, die vielleicht für immer bei mir bleiben werden. Aber dieses Mal steige ich von der Waage ab und gehe zurück ins Wohnzimmer. Ich umarme meine Kinder und halte die Hand meines Mannes. Hierhin fließt jetzt meine Energie. Das ist wichtiger. Endlich weiß ich, was es bedeutet, sich wie zu Hause zu fühlen.