Warum Ihr Teenager süchtig nach Videospielen ist
Im Jahr 2009 fanden Forscher der Iowa University heraus, dass 88 Prozent der Kinder zwischen 8 und 18 Jahren Videospiele spielen und etwa 8,5 Prozent dieser Kinder klinisch süchtig nach Videospielen waren. Im Jahr 2013 veröffentlichte die American Psychiatric Association die fünfte Ausgabe des „Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders“ (DSM-5) und nahm zum ersten Mal die „Internet-Gaming-Störung“ (IGD) als psychologische Erkrankung auf, die zukünftige Forschung erfordert. Da Videospiele mittlerweile allgegenwärtig sind, wird zwanghaftes Spielen zu einem sehr realen Problem.
Aber warum werden manche Kinder süchtig und andere nicht? Jüngste Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass einige Kinder möglicherweise tatsächlich von Videospielen abhängig sind. In einer neuen Studie, die im Journal of Adolescent Health veröffentlicht wurde, wurde die Aktivität des parasympathischen und sympathischen Nervensystems von 375 Teenagern gemessen und festgestellt, dass abnormale Aktivitäten in beiden Systemen Videospielsucht vorhersagen können.
Belastet der Zauberwürfel Ihren Teenager?
Die Forscher maßen zunächst die Aktivität des parasympathischen Nervensystems, während die jugendlichen Probanden versuchten, einen Zauberwürfel zu lösen; Der Parasympathikus reguliert die Entspannung. Wenn wir vor einer herausfordernden Aufgabe stehen, soll sich die Aktivität unseres parasympathischen Nervensystems zurückziehen, während wir wacher und konzentrierter werden. Die Forscher fanden heraus, dass Teenager, deren Aktivität des parasympathischen Nervensystems bei der Arbeit am Zauberwürfel auf dem gleichen Niveau blieb, ein Jahr später eher Videospielsuchtverhalten zeigten.
Die Forscher maßen auch die Aktivität des sympathischen Nervensystems bei Teenagern, die mit Familienmitgliedern zusammenarbeiteten, um ein Problem zu lösen; Das sympathische Nervensystem stimuliert in Stresssituationen die „Kampf-oder-Flucht“-Reaktion. Jugendliche, deren sympathisches Nervensystem während der Interaktion mit ihrer Familie aktiviert wurde, zeigten ein Jahr später auch eher Videospielsuchtverhalten.
Es ist kein Erziehungsversagen. Es ist biologisch.
Was bedeutet das alles? „Wir betrachten Videospielsucht oft als ein Versagen der Eltern oder des Kindes, aber diese Forschung zeigt, dass es bei den Kindern etwas gibt, das physiologisch anders sein könnte, und dass es Dinge gibt, die sie tun können, um pathologische Videospielnutzung zu verhindern“, sagte die Hauptautorin der Studie, Sarah Coyne.
Die Studie legt nahe, dass Teenager, die sich langweilen, und Teenager, die in sozialen Situationen ängstlich sind, eher von Videospielen abhängig sind. Ähnliche Studien haben den gleichen Zusammenhang für Menschen mit Substanz- und Spielsucht festgestellt.
Tipps, um Kinder von zwanghaftem Videospielen abzuhalten
Beraten Sie sich mit einer Beratung: Shaifali Sandhya, eine in Chicago praktizierende Psychologin, sagt, dass familiärer Stress eine sehr häufige Ursache für Videospielsucht ist. Wenn ein Kind bei familiären Interaktionen besonders anfällig für Stress ist, benötigt es möglicherweise besondere Aufmerksamkeit bei Umbrüchen wie einer Scheidung oder einem Todesfall in der Familie.
Bringen Sie Kindern Bewältigungsstrategien bei: Videospiele sind eine Flucht, sagt Sandhya, und Videospielsucht kann ein Zeichen dafür sein, dass Ihr Teenager Stress hat, mit dem er nicht umgehen kann. Wenn Sie Ihren Teenager auf andere gesündere Bewältigungsstrategien wie Bewegung, Meditation oder Malen hinweisen, können Sie ihn auf den Stress des Erwachsenenlebens vorbereiten.
Stellen Sie ihm eine Herausforderung: Wenn Ihr Teenager durch die ihm zur Verfügung stehenden Aktivitäten nicht geistig stimuliert wird, greift er möglicherweise zu Videospielen, sagt Sandhya. Die Anmeldung für einen neuen Kurs oder die Einführung in ein neues Hobby könnte ihnen die mentale Anregung geben, die sie brauchen.
Dieser Artikel wurde ursprünglich am 23. Februar 2015 veröffentlicht