Warum ich ohne das Internet keine Eltern werden möchte
Als mein erster Sohn geboren wurde, las ich jedes veröffentlichte Buch über Neugeborene und darüber, wie man Eltern erziehen sollte, um ein glückliches, gesundes Baby zu bekommen. Natürlich gerieten die meisten Informationen, die ich erhielt, kurz nach seiner Geburt in Vergessenheit, und als er ankam, fühlte ich mich, als wäre ich in einer anderen Dimension. Wo war dieser kleine Engel, von dem mir alle erzählten? Ich dachte, es sollte eine Flitterwochenphase geben?
Je älter er wurde und unabhängiger, desto schwieriger wurde es. Ich stellte fest, dass meine Geduld täglich auf die Probe gestellt wurde. Es gab Zeiten, in denen ich die Fassung verlor und dann in Schuldgefühlen schwelgte. Ich hasste es, meine Stimme zu erheben, ihm eine Auszeit zu geben oder ihn weinen zu hören. Ich habe mich oft gefragt, ob ich für diese neue Rolle geeignet bin, auf die ich mich einst so sehr gefreut habe. Ich weinte viel und verurteilte mich selbst hart.
In der Öffentlichkeit schwärmten meine Freunde davon, wie ihre Babys die Nacht durchschliefen, gut aßen und kaum weinten. Sie prahlten damit, dass sie es kaum erwarten konnten, ein weiteres Kind zu bekommen, und dass es so toll sei, Mutter zu sein. Ich hingegen habe nur aufmerksam zugehört, da ich nicht sagen wollte, was ich wirklich dachte: Mein Baby ist die meiste Zeit ein Albtraum, und anscheinend bin ich in dieser Mama-Sache nicht gut.
Am Rande eines Mama-Zusammenbruchs wandte ich mich dem Internet zu; Ich könnte doch nicht der Einzige sein, der mit dem Umgang mit diesen kleinen Schergen zu kämpfen hatte, oder? Also fing ich an, Mama-Blogs zu lesen und schloss mich einigen Online-Elterngruppen an, die ihre Geschichten erzählten, Ratschläge und Ermutigungen gaben, aber vor allem die Wahrheit sagten: Elternschaft ist schwierig, und leider gibt es Tage, an denen man einen Reset-Knopf braucht. So sehr Sie Ihre Kinder auch lieben, es wird Tage geben, an denen Sie sie auch nicht mögen – und das ist normal. Es war wirklich ein Lebensretter, dass mir online Tausende anderer Eltern zur Verfügung standen.
Ich weiß nicht, wie ich die letzten drei Jahre überstanden hätte, wenn es nicht meine virtuellen Freunde, Blogs und Elterngruppen auf Facebook gegeben hätte. Während meiner Reise haben sie mich zum Lachen gebracht, mir beim Töpfchentraining geholfen, mich vor den normalen Verhaltensweisen eines Kleinkindes gewarnt und, was am wichtigsten ist, sie haben mir klar gemacht, dass ich vielleicht doch keine so schlechte Mutter bin.
Dieser Artikel wurde ursprünglich am 30. Mai 2011 veröffentlicht