Kinder sind ekelhaft, aber Erwachsene haben keine Ausreden dafür, dass sie keine

Kinder sind ekelhaft, aber Erwachsene haben keine Ausreden dafür, dass sie keine

Da gibt es kein Wenn und Aber: Kinder sind ekelhaft. Sie legen Popcorn an Wänden ab, kleben Kaugummibündel auf beliebige Oberflächen, damit sie sie später wieder kauen können, weigern sich, sich die Zähne zu putzen, und tun Dinge wie einen Frosch anfassen und dann ein Sandwich essen, ohne sie auch nur auszuspülen. Und wenn wir sie dabei erwischen, wie sie kotzwürdige Verhaltensweisen an den Tag legen, sagen wir natürlich: „Oh nein, das hast du nicht“ und zeigen ihnen den Fehler ihrer abscheulichen Art auf. Irgendwann sind unsere Wände weniger schäbig, ihre Unterwäsche weist weniger Rutschspuren auf und sie benutzen tatsächlich Seife, ohne sich deswegen aufhalten zu lassen.

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Aber offenbar setzt sich das Verhalten von ekligen Kindern bei manchen bis ins Erwachsenenalter fort. Ist dieser Mangel an Manieren ein persönlicher Fehler? Ein grobes Versehen (Wortspiel völlig beabsichtigt) seitens ihrer Eltern? Warum sind manche erwachsenen Erwachsenen immer noch genauso böse wie jemand, der es nicht besser weiß?

Als Gruppenfitnesstrainer habe ich in verschiedenen Fitnessstudios gearbeitet. Eines haben sie alle gemeinsam – nicht die Ausrüstung, nicht die Unmengen an Lycra, nicht das kehlige Grunzen von Powerliftern, sondern das Schild, das über jedem gemeinsamen Wasserloch im Joint hängt: BITTE NICHT IN DEN TRINKBRUNNEN SPUCKEN.

Es ist schon schlimm genug, dass das Schild überhaupt angebracht werden muss. Weil, Erwachsene. Aber das Schlimmste ist: Das ist nicht das Schlimmste. Ein paar Loogies im Wasserbrunnen sind nur die Spitze eines äußerst inakzeptablen Eisbergs, der einem den Magen umdreht. In einem Fitnessstudio, in dem ich unterrichtete, gab es einen Raum mit einem Solarium. Neben dem Solarium stand ein kleiner Plastikmülleimer, der für zerknitterte Taschentücher, leere Lotionsflaschen oder was auch immer gedacht war. Leider musste die Geschäftsleitung den Papierkorb entfernen. Warum? Weil die Leute hineinpinkelten. Pinkeln. Im Mülleimer. Habe ich erwähnt, dass das eigentliche Badezimmer – mit echten Toiletten, die eigentlich zum Pissen gedacht waren – nur wenige Meter entfernt lag?

Das Personal dieses Fitnessstudios (und das Personal jedes anderen Fitnessstudios und überall dort, wo es eine öffentliche Toilette gibt) muss sich täglich mit unvorstellbarer Ekelhaftigkeit auseinandersetzen. Nicht gespülte Toiletten, Spritzer und Schmierereien und Haufen (Knebel) verschiedener Exkremente, abscheuliche Verstopfungen, unaussprechliche Taten mit gebrauchten Tampons und (wirklich un-) Damenbinden. BRB, würgend, in den richtigen Behälter.

Dieser Artikel wurde ursprünglich am 2. Februar 2017 veröffentlicht

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