Geldmangel führt zu viertägigen Schulwochen, aber ja, lasst uns diese Mauer baue
Einige Kinder denken vielleicht, dass ein dreitägiges Wochenende pro Woche während des Schuljahres der ultimative wahr gewordene Traum ist. Aber in Oklahoma, wo für viele Schüler eine viertägige Schulwoche Realität ist, ist dies tatsächlich ein eklatantes Beispiel dafür, dass Budgetierung und Prioritäten furchtbar falsch gelaufen sind. Das Schlimmste daran ist, dass zwar alle Erwachsenen schuld sind, die Kinder aber den Preis zahlen müssen.
Die Idee, die Schulwoche zu verkürzen, entstand im Jahr 2009. Oklahoma verabschiedete ein Gesetz, das Schulen bei der Bewältigung von Schulausfällen aufgrund von Schnee unterstützen sollte. Die alte Vorschrift bestand darin, dass Schüler 180 Tage im Jahr sechs Stunden am Tag zur Schule gehen mussten. Die neue Änderung ermöglichte es den Schulen, ihren Bildungsbedarf entweder mit 180 Sechs-Stunden-Tagen oder durch Unterricht von 1.080 Stunden pro Jahr zu decken. Dies ermöglichte es den Schulen, den Schultag um etwa 45 Minuten zu verlängern und den Unterricht nur an vier Tagen in der Woche abzuhalten.
Dank jahrelanger Steuersenkungen und einem Rückgang der Umsatzsteuereinnahmen stehen die Schulen in Oklahoma vor einer massiven Haushaltskrise. Die Schulen haben außerschulische Kurse wie Musik und Kunst bereits gestrichen. Einige Schulen mussten von ihren Schülern sogar Gebühren für die Teilnahme an Schulsportmannschaften verlangen. Und die Lehrer im Bundesstaat haben seit langem keine Gehaltserhöhung mehr gesehen. Nach Angaben der Washington Post lag Oklahoma bei den Lehrergehältern im Jahr 2013 landesweit auf Platz 49. Die Lehrergehälter wurden seit 2008 nicht erhöht. Viele Lehrer in Oklahoma pendeln über die Staatsgrenzen hinweg, wo sie mit der gleichen Arbeit mehr Geld verdienen können. Die Verkürzung der Wochenarbeitszeit von fünf auf vier Tage gilt als Möglichkeit, Lehrer zum Bleiben in Oklahoma zu bewegen. Es ermöglicht den Schulen außerdem, die Versorgung für einen Tag abzuschalten und zu sparen, da sie an einem Tag in der Woche nicht für das Benzin für die Schulbusse bezahlen müssen.
Daher befinden sich einige Schulen in einer solchen Krise, dass sie gezwungen sind, Abstriche zu machen, indem sie die Schulwoche verkürzen. Aber wir kürzen tatsächlich noch mehr Bildungsausgaben und erwägen den Bau einer 67-Milliarden-Dollar-Mauer. Lassen Sie das einfach einen Moment auf sich wirken.
Laut einerUmfrage der Oklahoma State School Boards Association sind von den 513 Schulbezirken in Oklahoma bereits 96 auf eine viertägige Schulwoche umgestiegen, da weder freitags noch montags Schule ist. Das sind 96 ganze Bezirke mit verkürzten Schulwochen, nicht einzelne Schulen. Die Zahl der Schulen im Bundesstaat, die eine verkürzte Schulwoche einführen, nimmt zu. Die Zahl der Bezirke mit viertägigen Schulwochen ist derzeit viermal so hoch wie im Jahr 2013 und fast dreimal so hoch wie im Jahr 2015.
Tim Tharp, Montanas stellvertretender Schulleiter im Bundesstaat Montana, untersuchte das Thema längere Tage und kürzere Wochen für seine Doktorarbeit an der University of Montana 2014. Er stellte fest, dass die Schüler mit einer viertägigen Schulwoche im ersten Jahr ihres neuen Stundenplans im Vergleich zu ihren Mitschülern mit einem traditionellen Stundenplan zwar bessere Ergebnisse erzielten, die Schüler mit vier Tagen in der Woche jedoch im Laufe der Zeit nicht so gut abschnitten. Er glaubt, dass zu Beginn eines viertägigen Programms zwar versucht wird, die Schüler auf Kurs zu halten, die Lehrer jedoch mit der Zeit in Rückstand geraten und möglicherweise vergessen, dass sie das Tempo beibehalten müssen, wenn sie ihre Unterrichtspläne umsetzen wollen. „Es ist leicht, in alte Routinen zurückzufallen“, sagte er der Washington Post.
Es steht außer Frage, dass eine viertägige Schulwoche ein schwerer Schlag für berufstätige Eltern ist, die auf einen traditionellen Schulplan angewiesen sind, um zur Arbeit gehen zu können. Und für Schüler, die auf subventionierte Schulmahlzeiten angewiesen sind, kann ein Tag weniger Schule pro Woche einen Tag mehr pro Woche mit Ernährungsunsicherheit bedeuten. Superintendent Matthew Riggs vom Macomb-Schulbezirk in Oklahoma forderte die Schulbehörde sogar dazu auf, den Unterricht an fünf Tagen pro Woche wieder einzuführen, weil er sich große Sorgen um die 88 Prozent der Schüler machte, die Anspruch auf subventionierte Schulmahlzeiten hatten. 88 Prozent.
Dank des Vorschlags zum Bildungsbudget der aktuellen Regierung ist es unwahrscheinlich, dass sich die Bedingungen für Studenten in Oklahoma oder einem anderen Bundesstaat in absehbarer Zeit verbessern werden. Kinder sollen die Zukunft sein, aber wenn wir als Land nicht bereit sind, ihnen die Bildung zu geben, die sie verdienen, sieht die Zukunft düster aus.