Aus Liebe zum Speck: Der Weg der Selbstfindung

Aus Liebe zum Speck: Der Weg der Selbstfindung

Ich habe fast 33 Jahre lang gelebt, ohne Speck zu essen.

ADVERTISEMENT

Wenn ich es jetzt sage, kommt es mir wie ein Verbrechen vor. Es ist einfach absurd! Aber in meiner Familie haben wir keinen Speck gegessen. Das hatte nicht so sehr religiöse Gründe – wir hielten uns nicht koscher oder so – es war einfach nichts, was meine Eltern jemals gemacht haben.

Aus Angst vor dem Unbekannten habe ich Jahrzehnte damit verbracht, den Speck, der zu den Eiern gehörte, durch Obst oder Toast zu ersetzen, weil „ich Frühstücksfleisch einfach nicht mag.“ Cobb-Salat mit extra Avocado, bitte ohne Speck. Ich schreckte zurück, wenn Leute nach Speck auf Sandwiches oder Burgern fragten. Speck, schmaken. Was war das Besondere an diesem fetten Schweinefleisch? Nicht für mich, danke.

Und dann kam letzte Woche meine beste Freundin zu Besuch. Sie verwöhnt uns gerne, wenn sie hier ist und bereitet einen Brunch aus Red Pepper Frittata und Brown Sugar-Chili Bacon zu. Ich werde die Frittata essen, sagte ich, aber ich bin kein großer Speck-Fan. Sie starrte mich verständnislos an. Haben Sie Speck gegessen? Weil es einem einfach nicht nicht gefallen kann. Das ist so gut wie unmöglich.

An jenem Junimorgen passierte etwas, als der Speck auf dem Herd brutzelte. Das Haus erfüllte einen süßen und salzigen Duft, der völlig unbekannt war, und mir lief das Wasser im Mund zusammen. Vorsichtig probierte ich einen Bissen, für alle Fälle die Serviette in der Hand. Es war köstlich. Das Beste, was es je gab, köstlich. Irgendwie schien der ganze Teller zu verschwinden, während ich jeden knusprigen Bissen genoss.

Seitdem habe ich nicht aufgehört, an Speck zu denken. Speck am Morgen, Speck am Abend, Speck zum Abendessen. Warmes Speckdressing auf Gemüse, Speck-Spinat-Quiche und mit Speck umwickelte Datteln tanzen in meinem Kopf. Das ist es, was mir all die Jahre gefehlt hat? Was habe ich mir dabei gedacht?

ADVERTISEMENT

Ich weiß eines: Ich muss 33 Jahre ohne Speck nachholen. Und ich werde jeden Bissen genießen.

Dieser Artikel wurde ursprünglich am 21. Juni 2010 veröffentlicht